Man muss es sich erst wieder in Erinnerung rufen, welchem tragischen Ereignis die Straße des 13. Januar in Saarbrücken ihren Namen verdankt. Die Erinnerung an die erste Saarabstimmung vom 13. Januar 1935, 20 Jahre vor jener, die zum Anschluss an die Bundesrepublik führte, ist eine schmerzliche, weshalb sie gerne auch mal vergessen wird. Wie groß muss der Hass der Saarländer auf die Völkerbund-Verwaltung und gegen Frankreich gewesen sein, dass sich 90 % von ihnen freiwillig für den Anschluss an ein “Reich” entschieden, in dem zwei Jahre zuvor jegliche Form von Freiheit und Demokratie abgeschafft worden war?
Es waren diese “Pioniere deutscher Treue und deutschen Volkstums” (O-Ton NS-Propagandaminister Joseph Goebbels zur Saarabstimmung), die das Land wider besseres Wissen der NS-Diktatur und damit dem sicheren Untergang überließen. 15 Jahre “Heim ins Reich”-Politik aller (!) bedeutenden Parteien an der Saar hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Die letzte demokratische Oase Deutschlands versank im braunen Sumpf des “dritten Reiches”. Daher ist es auch kein Wunder, dass die “Ja-Sager” 1955 immer die Schreckensvision eines wiedererstarkten, nationalistischen Deutschlands vor Augen hatten, auch wenn diese Furcht unbegründet war.
Zippo Zimmermann hat sich bereits 2006 in einem lesenswerten Blog-Artikel ausführlich mit dem Thema befasst.
Tags: 1935, Deutschland, Nationalsozialismus, Nazis, Saarabstimmung, SaarstatutÄhnliche Einträge





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